Freitag, 10. Mai 2013

Herzensangelegenheiten

Manchmal ist die Musik im Kopf ein durchdringendes Dröhnen. Und manchmal ist das besser so.

Die Welt ist groß und bunt, die Welt der Musik sogar noch farbenfroher. Es gibt Soundtracks für jeden Anlass und für jede Stimmung. Die abendliche Heimfahrt wird von anderen Liedern untermalt als das nächtliche Grübeln. Der Alptraum hat einen anderen Soundtrack als das Zähneputzen. Auf der Arbeit läuft nicht die gleiche Musik durchs Hirn wie in der Oberstadtkneipe. Und dann plötzlich herrscht Stille, und die Stille ist gefährlich.

"Ihr müsst leise sein, um lauter sein zu können", lautete der Rat an Ian MacKaye, bevor er Fugazi gründete. Das stimmt und ist nicht immer einfach. Denn der Lärm, der auf die Ruhe folgt, ist häufig unerträglich.

Da hilft nur: ausschalten. Den Soundtrack. Die Lieder. Den Kopf. Zurück bleibt ein angenehm dumpfer Grundton, der das Denken verhindert. Die Welt ist bunt und groß.

Manchmal vergisst man das.

(Mehr Gedanken dazu.
 Noch mehr Gedanken dazu.
 Und noch mehr Gedanken dazu.)